- Einladung zum
Wochenende der Kirchenreformbewegungen www.wir-sind-kirche.at im Pfarrzentrum Enns-St. Laurenz (Lauriacumstraße 4, 4470 Enns):
10. Oktober, 17-20 Uhr Trompete von Jericho
11. Oktober, 9-17 Uhr Kirchenvolkskonferenz mit Feier 30 Jahre Kirchenvolksbegehren
Anmeldung: pfarre.stlaurenz.enns@dioezese-linz.at
- Erinnerung an das Ende des II. Vatikanischen Konzils 1965
Vor 60 Jahren, am 14. September 1965, begann die Vierte Sitzungsperiode (Session) des II. Vatikanischen Konzils und dauerte bis zum Abschluss am 8. Dezember 1965.
Gregor Maria Hoff erinnert daran in der Furche 36 vom 4. September im Kompass Religion „Reform und Zusammenarbeit“. Auch 60 Jahre nach dem Abschluss bleibt seine Bedeutung für den Weg der katholischen Kirche im 21. Jahrhundert unbestritten. Die Leitmetapher der Ekklesiologie des Konzils ist das „Volk Gottes“. Das Konzil hatte das Charisma der Laien gestärkt, aber erst Franziskus erlaubte es ihnen, auf Synoden nicht nur zu beraten, sondern mitzuentscheiden. Das bleibt umstritten – und führt in die Widerspruchsprobleme, die das Konzil hinterlassen hat. Echte Synodalität verändert den Ort des Amtes wie die Rolle des Papstes. 60 Jahre nach dem Ende des Zweiten Vatikanischen Konzils stellt sich deshalb die Frage neu, die während seiner letzten Sitzungsperiode entschieden wurde. kann man notwendige Umstellungen der Lehre erreichen, ohne den Zusammenhalt zu verlieren?
Die letzten Dokumente, die beschlossen wurden, waren:
am 28. Oktober: die Dekrete über die Aufgaben der Bischöfe, Ordensleben, Priesterbildung, Erklärung über christliche Erziehung und das Verhältnis zu den nichtchristlichen Religionen.
am 18. November: Konstitution über die Offenbarung, Dekret über das Laienapostolat
am 7. Dezember: Pastoralkonstitution, Missionsdekret, Dekret über das Leben und den Stand der Priester, Erklärung der Religionsfreiheit.
Am 8. Dezember war der Feierliche Abschluss und Botschaften des Konzils.
Konzilsabsicht von Papst Johannes XXIII: „Groß-reine-machen“ – Weg mit den Belehrungen, Doktrinen Unterdrückung, Bevormundung, Dogmatisierungen (Hütter)
Es wurde viel bewegt und dennoch schrieb Prof. Max Angermann vor 10 Jahren „Das II. Vatikanum – ein innerkirchlicher Betriebsunfall? Spannungen und Schwierigkeiten heute“. Seine wichtigsten Punkte: Frauenfrage, Theologie und Mündigkeit der Laien, Zölibats- und Amtsfrage, Überdenken einer Gemeindetheologie. Es hat sich bis heute kaum etwas verändert. Auch nach drei Jahren Weltsynode sind es immer noch diese Themen, die offen sind. Eine Auseinandersetzung mit diesen Themen und den Dokumenten des II. Vatikanums ist heute ist nicht nur notwendig, sondern überlebenswichtig. Die Kirchenreformbewegungen erinnern im Herbst in Enns-St. Laurenz wieder an diese notwendige Auseinandersetzung und erinnern an das Kirchenvolksbegehren im Jahr 1995.
+ Das Dekret über das Laienapostolat
Dieses wichtige Dekret, an dem federführend der Pastoral- und Konzilstheologe Univ. Prof. Dr. Ferdinand Klostermann beteiligt war, wollen wir im nächsten Newsletter betrachten. Dazu der Hinweis auf das neue Buch von Karl Immervoll und Alfred Kirchmayr „Ferdinand Klostermann und das Laienapostolat – Der Aufbruch damals und die Klerikalisierung heute“ (siehe auch Artikel zu Klostermann), das am 6. November 2025, 18 Uhr, in der Bibliothek der Katholischen Privat Universität Linz vorgestellt wird.
Bitte, teilt uns eure Erinnerungen, eure Arbeit und euer Denken und Fühlen an das II. Vatikanische Konzil mit. Nur so können wir einen kritischen Blick gewinnen und auch anderen mitteilen.
- Ein Blick auf die Kirche in Österreich
+ In St. Pölten wurde das ehemalige Priesterseminar in der Wienerstraße, in dem bis 2022 auch die Theologische Hochschule untergebracht war, verkauft und wieder zurückgemietet, um nach Renovierung und Umbau nach modernsten Grundsätzen jetzt als Haus für die Katholisch Pädagogische Hochschule Wien mit Standort in der Diözese St. Pölten zur Verfügung zu stehen. Anfang Oktober wurde es mit viel Prominenz eröffnet. Möge Gottes antreibender Geist die LehramtsstudentInnen und ihre LehrerInnen begleiten und segnen.
+ In der Furche – www.furche.at – gibt es Woche für Woche sehr gute Artikel, manchmal auch solche, die verstören.
+ Eine weitere große Anzahl an Artikeln zu verschiedensten Themen erscheinen in den Medien:
– wie auf: https://zulehner.wordpress.com/ – www.zulehner.org, www.katholisch.at, www.kathpress.at, www.wir-sind-kirche.at – www.kirchenreform.at www.bischofskonferenz.at, www.kirchenzeitung.at, www.katholisch.at, www.feinschwarz.net;
- Spirituelle Gedanken
Übers Wasser gehen (barfuß)
auf dem glatten parkett des gewohnten
auf den ausgetretenen pfaden des eingespielten
auf den trockenen grund des vermeintlichen
die schuhe ausziehen
die gesicherten planken hinter sich lassen
und barfuß schritte wagen in unbekanntes hinein.
unsicher ob es trägt
und man besteht
den winden ausgesetzt.
Stefan Schlager im Mai 2025
Linzer Bibelsaat Nr. 174 September 2025
Wir freuen uns weiterhin auf ihre/eure konstruktive Kritik.
Seien Sie inspiriert, behütet und gesegnet für alles, was Sie bewegt und was Sie bewegen wollen.
Wir wünschen eine gute Herbstzeit…
für das Team – Stefan Mayerhofer – https://aufaugenhoehe.synodal.at – info@synodal.at