Ein Bischof wird zur Hoffnung

Newsletter Jänner 2026

Auch dieses neue Jahr 2026 begann mit vielen Hoffnungen. Gesellschaftlichen wie persönlichen. Hoffnung auf Frieden. Hoffnung auf einen neuen Erzbischof von Wien war es im Vorjahr. Jetzt wird am 24. Jänner im Stephansdom Josef Grünwidl zum neuen Erzbischof von Wien geweiht. Wir wünschen ihm von Herzen Gottes immer begleitenden Segen. Und die Unterstützung vieler Menschen in seiner Diözese und darüber hinaus. Da es so viele Themen gibt, werden wir nur einige erwähnen mit dem Hinweis auf die Möglichkeit zum Nachlesen.

Vatikan – Außerordentliches Konsistorium

Erstmals hat Leo XIV. mit den Kardinälen über die Zukunft der katholischen Kirche beraten. Das zweitägige Gipfeltreffen des wichtigsten Beratergremiums des Papstes zu dem alle 245 Purpurträger der Welt eingeladen waren, begann direkt am Tag nach dem am Dreikönigsfest (6. Jänner) abgeschlossenen “Heiligen Jahres” im Vatikan, um sich gemeinsam mit innerkirchlich entscheidenden Fragen befassen. Ein solches sogenanntes “außerordentliches Konsistorium” wird äußerst selten einberufen.

Unter Aufruf zur Nibelungentreue schrieb die Furche am 8. Jänner über das vorweihnachtliche Papstschreiben „Eine Treue, die Zukunft schafft“ über Priester-sein heute. Für viele ernüchternd – darin hält Papst Leo XIV. am Status quo der Priester fest und will nichts ändern.

Ein Blick auf die Kirche in Österreich – 06.01.2026

Neuer Erzbischof von Wien – Josef Grünwidl wird am 24. Jänner 2026 zum Erzbischof von Wien geweiht. Ernannter Wiener Erzbischof verweist am Dreikönigstag im Stephansdom auf die biblischen Sterndeuter aus dem Osten als “Pioniere der Gottsuche”. Christen sollen ein Leben lang Gottsuchende bleiben. Dazu hat der designierte Wiener Erzbischof Josef Grünwidl bei der Festmesse zum Hochfest “Erscheinung des Herrn” (Epiphanie) am Dreikönigstag ermutigt. Die biblischen Sterndeuter aus dem Osten seien die “Pioniere der Gottsuche”, die bis heute weitergehe, sagte Grünwidl in seiner Predigt im Stephansdom am Dienstag. “Und wenn einfache Hirten aus der Nähe und Gelehrte aus der Ferne zum Kind nach Bethlehem und zum Glauben finden, dann bedeutet das: so unterschiedlich wir Menschen sind, so unterschiedliche Wege führen zu Gott und zum Glauben an Jesus Christus.” www.bischofskonferenz.at, www.katholisch.at, www.kathpress.at.

Verwundbarkeit gehört zum Menschsein”: Marketz eröffnet Pastoraltagung – 08.01.2026

Renommierte Tagung vom 8. bis 10. Jänner in Salzburg widmet sich christlicher Perspektive auf Verwundbarkeit u.a. mit Kardinal Radcliffe – Referatsbischof Marketz: Verletzlichkeit angesichts aktueller gesellschaftlicher Entwicklungen zentrales pastorales Thema. Verwundbarkeit in Zeit von verbaler und militärischer Aufrüstung, wachsender Angst und Kriegslogik steht im Fokus der diesjährigen Österreichischen Pastoraltagung, die noch bis Samstag in Salzburg stattfindet. Unter dem Generalthema “Verletzlich. Berührbar. Christliche Perspektiven zur Verwundbarkeit” sprechen Referierende wie Kardinal Timothy Radcliffe, die Innsbrucker Theologin Michaela Quast-Neulinger sowie der bekannte Ordensmann und Aktivist P. Jörg Alt. “Verwundbarkeit gehört zum Menschsein” und sei angesichts aktueller gesellschaftlicher Entwicklungen ein zentrales pastorales Thema, erklärte der Kärntner Bischof Josef Marketz, in der Österreichischen Bischofskonferenz für Pastoral sowie für das Österreichische Pastoralinstitut (ÖPI) zuständig, die Relevanz des Themas.

Bischof Kapellari 90: “Homme de Lettres mit dem Hirtenstab” – 08.01.2026

Eine Würdigung für die umfangreiche publizistische Tätigkeit des früheren steirischen und Kärntner Bischof Egon Kapellari seitens des Österreichischen Schriftsteller/-innenverbands (ÖSV) hat dessen Vorsitzende Christian Teissl in der Wochenzeitung “Die Furche” (Ausgabe 8. Jänner) veröffentlicht. Der Kirchenmann, der am 12. Jänner seinen 90. Geburtstag feiert, sei ein “Homme de Lettres mit dem Hirtenstab”, schöpfe “aus tiefen Quellen” und spreche “eine Sprache jenseits aller Moden – eine behutsame Sprache, die Zukunft verspricht”, formulierte Teissl.

Diözesen eröffnen Möglichkeit berufsbegleitender Priesterausbildung

Neuer Weg zur Weihe für 45- bis 60-jährige “Spätberufene” erleichtert individuelle Anpassungen – Beruf darf nicht priesterlichem Amt widersprechen, politische Funktionen sind niederzulegen 05.01.2026

Angesichts des Priestermangels in der katholischen Kirche und des hohen Anteils von sogenannten “Spätberufenen” unter den Neupriestern starten die österreichischen Erzdiözesen und Diözesen einen neuen Ausbildungsweg zum Priestertum. Speziell für Männer zwischen 45 und 60 Jahren, die sich bereits im Berufsleben bewährt haben oder alternative Möglichkeiten suchen, gibt es künftig auch einen “Zweiten Weg für Spätberufene”, teilte die Regentenkonferenz der Priesterseminare Österreichs am Montag mit. kathpress

Ökumene-Gebetswoche – 09.01.2026 (KAP),
Vom 18. bis 25. Jänner wird auch in Österreich wieder die internationale “Gebetswoche für die Einheit der Christen” begangen. Während dieser Ökumene-Woche kommen Christen aus unterschiedlichen Konfessionen zusammen, um gemeinsam für die Einheit der Christenheit zu beten. Der zentrale Gottesdienst des Ökumenischen Rates der Kirchen in Österreich (ÖRKÖ) zur Gebetswoche findet am Dienstag, 20. Jänner, um 18 Uhr in der altkatholische Kirche St. Salvator (Wipplingerstraße 6, 1010 Wien) statt. Mit den Gläubigen der unterschiedlichsten Kirchen feiern u.a. der armenisch-apostolische Bischof und ÖRKÖ-Vorsitzende Tiran Petro syan, der designierte Wiener Erzbischof Josef Grünwidl, die altkatholische Bischöfin Maria Ku bin, der methodistische Superintendent Stefan Schröckenfuchs, die evangelische Oberkirchen rätin Ingrid Bachler, der syrisch-orthodoxe Chorepiskopos Emanuel Aydin und der orthodoxe Pfarrer und Theologe Ioan Moga. Die Predigt wird in Vertretung des orthodoxen Metropolit Arsenios (Kardamakis) Archimandrit Ilias Papadopoulos halten. Die Unterlagen für die Gebetswoche wurden dieses Mal von Gläubigen der Armenisch-apostolischen, Armenisch-katholischen und der Evangelischen Kirche in Armenien erstellt. Als Leitgedanken wählte das Vorbereitungsteam den Aufruf des Apostels Paulus an die Epheser: “Ein Leib und ein Geist, wie ihr auch berufen seid zu einer Hoffnung in eurer Berufung”.

Der “Tag des Judentums”

wird in ganz Österreich mit verschiedenen Veranstaltungen und Gottesdiensten begangen. Der zentrale Gottesdienst zum “Tag des Judentums”, den der ÖRKÖ gemeinsam mit dem Koordinierungsausschuss veranstaltet, findet am Samstag, 17. Jänner, um 18 Uhr in der Wiener armenisch-apostolischen Kirche St. Hripsime (1030 Wien, Kolonitzgasse 11) statt. Der Gottesdienst steht unter dem biblischen Motto “Lasst uns Gott lernen” (Hosea 6,3-6). Die Predigt hält der Wiener katholische Dechant und Pfarrer Ferenc Simon.

Der Integralismus. Wie es dazu kam und was er wollte. Von Rainer Bucher. 7. Januar 2026

Der katholische Integralismus versuchte, den Raum des Poli­tischen, der sich in der Moderne von der Religion emanzipiert hatte, wieder in das kirchlich ge­fasste r­eligiöse Feld zu integrieren. Er scheiterte, denn nur mit Zwang ist dies noch möglich. Die katholische Kirche erkannte sehr schnell, dass sich mit der Französischen Revolution eine Gesellschafts-organisation durchgesetzt hatte, welche die traditionellen Konstitutionsprinzipien der Kirche bedrohte. Der Schock dieser Erkenntnis erklärt die – nach anfänglicher Sympathie des niederen Klerus – heftigen Abwehrreaktionen der kirchlichen Hierarchie gegenüber Realität wie Prinzipien der Französischen Revolution. Diese Abwehrreaktionen bestimmten die katholische Kirche bis zum II. Vatikanum. Bereits 1791 hatte Papst Pius VI. seinen Gläubigen eröffnet, die ganze „absurde Freiheitslüge“ liefe nur darauf hinaus, die katholische Religion zu vernichten, und widerspräche zutiefst Vernunft und Offenbarung. www.feinschwarz.net

Ferdinand Klostermann

Das neue Buch über ihn von Karl Immervoll und Alfred Kirchmayr, „Ferdinand Klostermann und das Laienapostolat – Der Aufbruch damals – die Klerikalisierung heute“, wird am 24. Februar 2026, um 19 Uhr 30, auch in Wien im Otto-Mauer-Zentrum vorgestellt werden.

Eine große Anzahl an Artikeln ist in den Medien bereits in den ersten Wochen dieses Jahres erschienen. In der Furche – www.furche.at – wie auf: https://zulehner.wordpress.com/www.zulehner.org, www.katholisch.at, www.kathpress.at, www.wir-sind-kirche.atwww.kirchenreform.at www.bischofskonferenz.at, www.kirchenzeitung.at


Spirituelle Gedanken

Engel wohnen nicht im Himmel – eine Vermutung

Manche meinen, Engel hätten Flügel
und wohnten anderswo.

Erscheinen zu besonderen Zeiten Auserwählten bloß.
Aber sind sie nicht gerade dort, wo Menschen sind und Leben?
Außergewöhnlich gewöhnlich,
mit ungeahnt vertrauten Zügen?

Nein, Engel wohnen nicht im Himmel.

Stefan Schlager


Wir werden sie/euch weiterhin in regelmäßigen Abständen über die Neuigkeiten auf unserer Homepage informieren und ersuchen sie/euch uns mit konstruktiver Kritik zu unterstützen und somit ins Gespräch zu kommen. Nur so kann ein Newsletter auch ihren/deinen „Bedürfnissen“ entsprechen.

In dankbarer Verbundenheit und weiterhin ein Gutes und gelingendes Neues Jahr 2025
für das Team – Stefan Mayerhofer – https://aufaugenhoehe.synodal.atinfo@synodal.at