Wohin geht der Weg der Kirche?

Der Sommer beginnt, es ist sonnig und heiß, eine Hitzewelle zieht über Österreich, Sonnwendfeuer brennen, die Spiele der Fußballweltmeisterschaft in Kanada, Mexiko und den Vereinigten Staaten von Amerika erhitzen die Fans, aber auch jene, die zu Hause sind. Das weltweite politische Klima ist nach wie vor erhitzt, wenn nicht schon überhitzt. Die Kirchen hingegen sind kühl und laden ein, zu Ruhe und Erholung. Ich meine die Gebäude, nicht die Organisation. Ein Papst, Leo XIV., der in seiner Enzyklika “Magnifica humanitas” sich mit der Künstlichen Intelligenz auseinandersetzt und für die Würde des Menschen eintritt. Und dann die Pius-Brüder, die das II. Vatikanische Konzil ablehnen und nun am 1. Juli 2026 4 neue Bischöfe weihen. Sie sagen außerhalb der römisch-katholischen Kirche gibt es kein Heil und stellen sich nun selbst außerhalb dieser Kirche. Lesenswert der Artikel von Prof. Jan-Heiner Tück in der Furche 25 vom 18. Juni 2026 „Außerhalb der Kirche kein Heil?“

Heiß kann einem auch werden, wenn man das Buch von Martin Ebner „Braucht die katholische Kirche Priester? Eine Vergewisserung aus dem Neuen Testament“ liest. Schon der Pastoral- und Konzilstheologe Ferdinand Klostermann hat sich in den Jahren nach dem Konzil damit auseinandergesetzt. „Sind alle Priester?“ (1969), „Priester für morgen“ (1970), „Müssen Priester aussterben“ (1976), „Priester in der Gemeinde von morgen“ (1977) und viel zum Nachdenken darüber ausgelöst. Ebner schreibt in diesem als Buch herausgegebenen Vortrag als Fazit: „Der Priesterstand ist ein Implantat ins Christentum und bedeutet einen vehementen Bruch mit den neutestamentlichen Leitlinien und begründet das in 4 Thesen.“ Als Ausblick wie es weitergehen könnte, schreibt Ebner: „Die zentralen Leitungsaufgaben in der Lehre, Liturgie und Verwaltung, die im Moment kumulativ dem Priester vorbehalten sind, sollten auf viele Schultern aufgeteilt werden, und zwar nach Kompetenz und Ausbildung – und unabhängig von Geschlecht und Zölibat. Dieser Weg wird in der Praxis längst beschritten.“
Ein Buch, das ermutigt, das neue Wege öffnet und biblisch fundiert ist. Auch in der Sommerzeit sehr lesenswert und vielleicht eine Chance, darüber weiter nachzudenken.

Weltkirche

+ Papst Leo XIV. www.feinschwarz.net und www.wir-sind-kirche.at. www.kathpress.at

„ M A G N I F I C A H U M A N I T A S ” Papst-Enzyklika: Bischöfe sehen wichtigen Auftrag für die Kirche Lob für Enzyklika vom St. Pöltner Bischof Schwarz und Jugendbischof Freitag – Kirche muss technische Entwicklungen offen, aber nicht naiv begleiten St. Pölten/Graz, 26.05.2026 (KAP) Viel Lob von Österreichs Bischöfen gibt es auch am Tag nach der Veröffentlichung für die Enzyklika “Magnifica humanitas” von Papst Leo XIV. Der Papst erinnere daran, “dass auch im Zeitalter von künstlicher Intelligenz und Digitalisierung die Würde des Menschen unantastbar bleibt”, so der St. Pöltner Bischof Alois Schwarz. Technik dürfe niemals über den Menschen gestellt werden, “sondern muss dem Gemeinwohl, der Wahrheit, der Freiheit und dem Frieden dienen”. Besonders berührt habe ihn in der Enzyklika die Vision des Papstes von einer “Zivilisation der Liebe”, die auf Verantwortung, Solidarität und Menschlichkeit aufbaut, so Bischof Schwarz: “Ge rade heute braucht unsere Welt mehr denn je Orientierung, Dialog und ein neues Bewusstsein dafür, dass echter Fortschritt nur dort gelingt, wo der Mensch im Mittelpunkt steht.” In einer Ausendung der Diözese St. Pölten heißt es zur Enzyklika, dass aus ihr für die Diözese ein wichtiger Auftrag erwachse: “Wir wollen den technischen Fortschritt aufmerksam begleiten und zugleich den Glauben als Orientierung und Kraftquelle stärken.” Die Kirche müsse auch in Zukunft ein Ort bleiben, “an dem Menschen echte Gemeinschaft, Hoffnung, Gebet und persönliche Begegnung erfahren. Denn keine Technologie kann ersetzen, was aus dem Glauben wächst: Liebe, Barmherzigkeit, Vertrauen und die Beziehung zu Gott.” Die Enzyklika sei kein Nein zum Fortschritt. Sie sei vielmehr “ein leidenschaftliches Ja zum Menschen”. Sie rufe dazu auf, “Technik mit Weisheit, Verantwortung und Mitgefühl zu gestalten”.

+ Synodaler Weg
Verfolgen sie den Weg auf der Seite des Vatikans

Website des Generalsekretariats der Synode: https://www.synod.va  

Kirche Österreichs

+ Österreichische Bischofskonferenz – www.bischofskonferenz.at
Erzbischof Dr. Franz Lackner wurde wieder auf 6 Jahre zum Vorsitzenden gewählt, sein Stellvertreter ist der Linzer Bischof Manfred Scheuer

+ Feinschwarz.net – Bitte um Spende 2026

Das Redaktionsteam von feinschwarz.net bittet weiterhin um unsere Unterstützung. Das Lesen, Teilen und Kommentieren der Beiträge gibt uns die Motivation für unsere Arbeit.

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Einladungen

+ Pastoralinnovation – www.pastoralinnovation.at  – Blog von Dr. Georg Plank

Medien
Eine große Anzahl an Artikeln in den Medien: Die Furche –
www.furche.athttps://zulehner.wordpress.com/www.zulehner.org, www.katholisch.at, www.kathpress.at, www.wir-sind-kirche.atwww.kirchenreform.at www.bischofskonferenz.at, www.kirchenzeitung.atwww.feinschwarz.net

Spirituelle Gedanken

Aus unseren Hoffnungen und Visionen wachsen immer wieder auch besondere spirituelle Texte, die uns am Herzen liegen und die wir weiterschenken wollen. Diesmal von Mag. Hans Wimmer. Das nächste Mal von Mag. Engelbert Pöcksteiner.

Früchte, die in der Verwundbarkeit reifen

Zwischen Erfolgreich-sein und Fruchtbar-sein besteht ein großer Unterschied.

Erfolg kommt von Stärke, von Machtausübung und Ansehen. Ein erfolgreicher Mensch besitzt die Energie, etwas zu schaffen, seine Entwicklung zu beeinflussen und es in großen Mengen verfügbar zu machen. Bischof Alois Schwarz: Technik, Erfolg bringt Preise, Auszeichnungen und oft Berühmtheit ein.

Früchte hingegen erwachsen der Schwachheit und Verwundbarkeit. Es sind einzigartige Früchte.

Ein Kind ist die in Verwundbarkeit empfangene Frucht;

Gemeinschaft ist die, aus geteilter, gemeinsamer Gebrochenheit erwachsene Frucht;

und Nähe ist die Frucht, die im gegenseitigen Berühren der eigenen Wunden reift.

Erinnern wir einander daran, dass nicht Erfolgreich-Sein, sondern Fruchtbar-Sein uns wahre Freude schenkt.

Henri J.M. Nouwen “Leben hier und jetzt”
niederländischer katholischer Priester, Psychologe und geistlicher Schriftsteller (1932 -1996)

Mag. Hans Wimmer

In dankbarer Verbundenheit

und gesegnete Tage der Erholung im kommenden Sommer

für das Team – Stefan Mayerhofer – https://aufaugenhoehe.synodal.atinfo@synodal.at