Gottes Geist beflügelt unser Denken

Wir haben die Freude am Ostersonntag morgen erlebt – Jesus ist auferweckt. Jesus lebt. Jetzt sind wir 50 Tagen am „Geburtstag der Kirche“, dem Pfingstfest angekommen. Begleitet hat mich durch diese Zeit der tägliche Blog der Pastoralinnovation – www.pastoralinnovation.at  – von Dr. Georg Plank mit dem Text des Bibelwissenschafters Peter Trummer – Quelle: Peter Trummer: Jesus ohne Opfer. Glaube, der befreit, Verlag Herder 2026. Dabei habe ich mir gedacht: „In der heutigen Kirchensituation, weltweit und bei uns, sollten wir uns nicht zurückziehen, sondern aufstehen und reden oder wie wir es manchmal tun, auf unserer Homepage zu schreiben, was uns umtreibt, welche Hoffnungen und Visionen wir haben.“ Beim Treffen der pensionierten PastoralassistentInnen und TheologInnen der Diözese St. Pölten in Bad Traunstein – für viele von uns unvergessliche Stunden u.a. mit unserem verstorbenen geistlichen Begleiter Pfarrer Stefan Ratzinger – haben wir uns daran erinnert. Die KollegInnen haben das Team ermuntert, weiterhin wichtige Text und Ereignisse auf die Hompage zu stellen. Sie unten ein Text von Karl Immervoll.

Weltkirche

+ Papst Leo XIV. ein Jahr im Amt. Viele Berichte in den Medien, auch auf www.feinschwarz.net und www.wir-sind-kirche.at. Erzbischof Grünwidl stattete ihm nach 100 Tagen im Amt einen Besuch im Vatikan ab.


+ Synodaler Weg

* Die Auswahl der Bischöfe und die Handhabung von aufkommender dogmatischer, pastoraler und ethische Fragen
** Veröffentlichung der Abschlussberichte der Studiengruppen Nr. 7 und Nr. 9
Das Generalsekretariat der Synode veröffentlicht heute den ersten Teil – betreffend die Kriterien für die Auswahl von Bischofskandidaten – des Abschlussberichts der Studiengruppe Nr. 7 zu einigen Aspekten der Person und des Wirkens des Bischofs (insbesondere: Kriterien für die Auswahl von Bischofskandidaten, die richterliche Funktion der Bischöfe, die Natur und Struktur von ad limina, die Apostolorum besucht) aus einer missionarischen synodalen Perspektive, zusammen mit dem Abschlussbericht der Studiengruppe Nr. 9 zu theologischen Kriterien und synodalen Methoden zur gemeinsamen Unterscheidung aufkommender doktrinärer, pastoraler und ethischer Fragestellungen.
“Diese beiden Berichte berühren das Herz des kirchlichen Lebens. Der erste erinnert uns daran, dass die Wahl eines Bischofs ein Moment authentischer Unterscheidung für die christliche Gemeinschaft ist: Es gibt keinen Hirten ohne Herde, und keine Herde ohne Hirte. Die zweite bietet konkrete Werkzeuge, um die schwierigsten Fragen zu beantworten, ohne der Komplexität zu entkommen: den Betroffenen zuzuhören, die Realität zu lesen und verschiedene Wissensformen zusammenzubringen. Es ist die synodale Methode, die auf die anspruchsvollsten Situationen angewandt wird”, bekräftigt Kardinal Mario Grech, Generalsekretär der Synode.
Der erste Teil des Abschlussberichts der Study Group Nr. 7 https://www.synod.va/en/the-synodal-process/phase-3-the-implementation/the-study-groups/final-reports/group-7.html) präsentiert die Auswahl der Kandidaten für das Bischofsamt als Moment authentischer kirchlicher Unterscheidung, geleitet vom Heiligen Geist in einem Klima des Gebets und Zuhörens. Zu den betroffenen Themen gehören die örtliche Kirche mit ihrem Bischof, die Bischöfe der Kirchenprovinz oder der Bischofskonferenz sowie der Apostolische Nuntius – dem die Gruppe es wichtig hält, ein synodales und missionarisches Profil zu besitzen, um dies bei den als möglichen Bischöfen vorgeschlagenen zu verfolgen.

+ Vatikan: auf Website des Generalsekretariats der Synode: https://www.synod.va  

Kirche Österreichs

+ Österreichische Bischofskonferenz – www.bischofskonferenz.at

Erzbischof Lackner zu Kirchenreformen: “Der Heilige Geist überrascht”
Vorsitzender der Bischofskonferenz nimmt bei Pressekonferenz zum Abschluss der Frühjahrsvollversammlung zu Frauenfrage, synodalen Prozessen, Sparvorhaben der Regierung und konfessionsübergreifenden Religionsunterricht Stellung
“Was vom Heiligen Geist kommt, kann das Kirchenrecht nicht aufhalten.” – Mit diesen Satz sorgte der Wiener Erzbischof Josef Grünwidl in seiner Predigt beim Festgottesdienst im Rahmen der Frühjahrsvollversammlung der Bischofskonferenz für Aufsehen. Er könne diesen Satz nur voll und ganz unterstreichen, so Erzbischof Franz Lackner, der Vorsitzende der Bischofskonferenz, in Wien auf Anfrage bei der Pressekonferenz zum Abschluss der Vollversammlung. Es sei auch seine Erfahrung, “dass der Heilige Geist überrascht”, wenn auch nicht immer so, wie man dies vielleicht erwarten würde.
 “Dass nach Papst Benedikt Papst Franziskus kam, das war eine Überraschung des Heiligen Geistes, ebenso die Wahl von Papst Leo. Das war nicht berechenbar.” Frauenfrage dringlich
Auf das veröffentlichte vatikanische Frauendokument angesprochen, in der die Klärung der Frauenfrage in der katholischen Kirche als dringlich beschrieben wird, sagte der Vorsitzende der Bischofskonferenz, dass sich die Bischöfe damit noch nicht eingehender hätten befassen können. Lackner sprach ganz grundsätzlich von einem “organischen Wandlungsprozess” und einem “ernst zu nehmenden Aufbruch”, es gehe jedenfalls – wenn auch langsam – etwas voran. Wie Lackner weiter sagte, halte er die Frauenfrage derzeit für dringlicher als etwa jene des Pflichtzölibats. Inwieweit es auch mehr weibliche Beteiligung im Rahmen der Vollversammlungen der Bischofskonferenz geben könnte, über die Einladung als Gäste oder Expertinnen bei Studientagen hinaus, ließ Lackner – vorsichtig optimistisch – offen.
Angesprochen auf das Thema Synodalität in der Kirche, erinnerte der Erzbischof daran, dass in der Kirche in Österreich auf vier Ebenen gearbeitet wird. Es gehe um die Stärkung der Synodalität in den Diözesen, die Erarbeitung unterstützender Maßnahmen auf nationaler Ebene, die Stärkung der Synodalität in der Bischofskonferenz und ihren Einrichtungen sowie die Weiterentwicklung des Themas auf kontinentaler Ebene. Dazu kämen eigentlich auch noch als fünfte Ebene die Erfahrungen aus den Partnerdiözesen der österreichischen Kirche in aller Welt. Lackner: “Es ist einiges los. Es wird viel gesät, was vielleicht erst später einmal dann geerntet werden kann.”

+ Diözese St. Pölten – ein Bild von Karl Immervoll
Eine heiße Träne aus dem kalten Eisen
Ich mag Jaroslav Seifert. Seine Gedichte sind voller Bilder, erzählen vom ersten Schulbuch, vom Klappmesser in der Tasche des Buben, vom Drachensteigen mit dem Vater, von den Kartoffeln aus der heißen Asche oder vom traurigen Mädchen, das sich an einer gefundenen Erdbeere erfreut. Ein alter Mann erinnert sich. Wahrscheinlich mag ich ihn deshalb so sehr. Denn im Älterwerden gehen auch meine Gedanken oft an Vergangenes, zum Beispiel an meine Begegnungen mit Menschen in meiner Diözese. Darf ich das so einfach sagen, meine Diözese? Ich sage es nicht im Anspruch auf Bestimmung, nein, es ist das Gefühl dazuzugehören, angenommen zu sein. In mir sind Erinnerungen, zum Beispiel an die Klostergasse, an die vielen Leute, die dort anzutreffen waren. Keine Fahrt nach St. Pölten ohne in das Pastoralamt zu gehen. Jede Türe war mir offen, aus manchem kurzen Gespräch wurde eine neue Idee, die wir umsetzten. Oder es waren ein paar freundliche Worte, die wir wechselten, ein Lächeln, ein Hallo, das verbindet. Umgekehrt waren häufig Kolleg:innen aus den Zentralstellen in der Region. Das war wirkliche Unterstützung. Wir arbeiteten gemeinsam. Im Waldviertel gab es mal den Grenzlandausschuss der Katholischen Aktion der Diözese. Die Abgeordneten der Region, viele Ehrenamtliche der Gliederungen, manche Pfarrer, die Äbte, lokale Redakteure … sie waren mit dabei. Kirche redete ein gewichtiges Wort in der Entwicklung der Region mit, spielte eine Rolle. Ich könnte da noch lange weiter aufzählen. Ich habe mehrere Bischofswechsel erlebt, doch so vieles wie zuletzt, hat sich nie verändert. Mir ist seither einiges verloren gegangen, auch an Inhalten und Auffassungen. Ich erkenne meine Diözese nicht mehr: Nein, es ist nicht mehr meine Diözese. Auch komme ich kaum mehr nach St. Pölten, ich wüsste nicht, wohin. Die Türen sind verschlossen, in der Klostergasse kaum Beschäftigte. Nun ja, ich bin in Pension, einige meiner Kolleg:innen auch, aber viele gingen weg. Newsletter sind die letzten Rauchzeichen aus Zentralstellen, keine Besuche mehr, kaum Anrufe. Noch halten mich die Menschen in der Pfarre, da darf ich noch sagen meine Gemeinde. Wie lange noch? Auch hier sind viele gegangen. Doch ich halte die Hoffnung auf Neues fest wie einen Stab, der mich stützt.
Jaroslav Seifert, Literaturnobelpreisträger von 1984 schreibt im Hinübergehen über die Karlsbrücke mit Blick auf sein altes Prag: „In diesem Augenblick halte ich das Geländer über der Wehr so fest umklammert, dass mir die Handflächen brennen. Als ob ich aus dem kalten Eisen eine heiße Träne pressen könnte.“ + Feinschwarz.net – Bitte um Spende 2026

Das Redaktionsteam von feinschwarz.net bittet wieder um unsere Unterstützung. Das Lesen, Teilen und Kommentieren der Beiträge, gibt uns die Motivation für unsere Arbeit. Unterstützen wir feinschwarz.net – ein Medium, das uns mit ihren Themen und Artikeln die Theologie der Zeit nahebringt. Danke.

Einladungen
+ Pastoralinnovation – www.pastoralinnovation.at  – Podcast von Dr. Georg Plank

Medien
Eine große Anzahl an Artikeln in den Medien: Die Furche –
www.furche.athttps://zulehner.wordpress.com/www.zulehner.org, www.katholisch.at, www.kathpress.at, www.wir-sind-kirche.atwww.kirchenreform.at www.bischofskonferenz.at, www.kirchenzeitung.atwww.feinschwarz.net

Spirituelle Gedanken

SCHALENLOS
 nun schalenlos
fühle ich das pure Leben 

weggebröckelt meine Schutzschilde
geschmolzen die Panzer

schalenlos
ich
hüllenloses Kind
der Sehnsucht

 nehme an
beglückenden Rausch
und aufwühlenden Schmerz

schalenlos
breche ich auf
immer den Himmel vor Augen

Magdalena Froschauer-Schwarz

In dankbarer Verbundenheit

und mit gesegneten Pfingstwünschen in der Kraft des Heiligen Geistes

für das Team – Stefan Mayerhofer – https://aufaugenhoehe.synodal.atinfo@synodal.at